Begründungsvorlagen für den Arzt bei Verordnungen außerhalb des Regelfalles mit prognostisch längerfristigem Behandlungsbedarf

Der Dokumentation und Begründung jeder einzelnen Heilmittelverordnung, insbesondere bei Fällen mit längerfristigem Behandlungsbedarf, kommt eine weit reichende Bedeutung in einem Prüfverfahren zu. Diese entscheiden mit über Erfolg- oder Misserfolg bei der Beweisführung einer wirtschaftlichen Verordnungsweise und medizinischen Notwendigkeit der Verordnung. Folgend daher Formulierungshilfen, die verdeutlichen, wie eine ärztliche Begründung im Heilmittelbereich aufgebaut sein sollte.

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems

SB3:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die Einschränkungen der Alltagsbewältigung und Selbstversorgung, sowie die Einschränkungen der Beweglichkeit und Geschicklichkeit behindern den Patienten noch maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Bei Amputationen sind Verordnungen dieser Diagnosegruppe nur bis zu 9 Monaten nach der Operation möglich!

SB5:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Die bislang erzielten Verbesserungen zeigen die Zweckmäßigkeit der eingeschlagenen Therapie auf. Jedoch ist das Gesamtergebnis noch nicht als zufriedenstellend zu betrachten. Denn die Bewegungseinschränkungen, sowie die muskulären Dysbalancen und Schmerzen schränken den Patienten offensichtlich in Berufs- und Alltagsleben ein. Ich erwarte die Notwendigkeit von mind. ___ weiteren Therapieeinheiten und werde nach Ablauf dieser Therapien und einer neuerlichen Untersuchung wiederholt über den weiteren Verlauf entscheiden.”

Hinweis: Sofern verlaufsabhängig ein Wechsel von SB4 zu SB5 medizinisch begründet ist, ist die bereits zu SB4 erfolgte Verordnungsmenge auf die Gesamtver- ordnungsmenge der SB5 anzurechnen. Ein Wechsel von SB5 zu SB4 ist nicht möglich.

SB6:

Siehe SB3 exklusive Hinweise

SB7:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die Einschränkungen bei der Fortbewegung, der Beweglichkeit und Geschicklichkeit behindern den Patienten maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Erkrankungen des Nervensystems

EN1:

“Bei diesem noch sehr jungen Patienten handelt es sich von Beginn an um eine prognostisch langfristige Behandlung mittels Ergotherapie. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Weitere Symptomminderungen sind anzustreben. Die Einschränkungen in Beweglichkeit, Geschicklichkeit sowie im Verhalten und bei zwischenmenschlichen Interaktionen behindern das Schul- und Familienleben. Bei heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Unter- suchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Es ist eine störungsabhängige Zwischendiagnostik nach 20 Behandlungen erforderlich.

EN2:

“Bei diesem Patienten handelt es sich von Be- ginn an um eine prognostisch langfristige Behandlung mittels Ergotherapie. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Weitere Symptomminderungen sind anzustreben. Die Einschränkungen in Beweglichkeit, Geschicklichkeit sowie im Verhalten und bei zwischenmenschlichen Interaktionen engen das Berufs- und Alltagsleben erheblich ein. Bei heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

EN3:

“Bei diesem Patienten handelt es sich von Beginn an um eine prognostisch langfristige Behandlung mittels Ergotherapie. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Weitere Symptomminderungen sind anzustreben. Die Einschränkungen in Beweglichkeit, Ausdauer, Geschicklichkeit sowie in der Kommunikation engen das Berufs- und Alltagsleben erheblich ein. Bei heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt wer- den müssen. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Psychische Störungen

PS1:

“Bei diesem sehr jungen Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die Einschränkungen bei der Beweglichkeit und Geschicklichkeit sowie bei der zwischenmenschlichen Interaktion und beim Verhalten, behindern den Patienten maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Die Verordnung ist nur aufgrund einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diagnostik möglich.

PS2:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die Einschränkungen bei zwischenmenschlichen Interaktionen und beim Verhalten, behindern den Patienten maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Be- handlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Die Verordnung ist nur aufgrund einer psychiatrischen Eingangsdiagnostik möglich.

PS3:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die Einschränkungen bei der Beweglichkeit und Geschicklichkeit sowie bei der zwischenmenschlichen Interaktion und beim Verhalten, behindern den Patienten maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Die Verordnung ist nur aufgrund einer psychiatrischen Eingangsdiagnostik möglich.

PS4:

“Bei diesem Patienten ist die längerfristige Verordnung von Ergotherapie medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, muss jedoch noch bis zur vollständigen Zielerreichung fortgeführt werden. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Denn: Die starken Einschränkungen im Verhalten, behindern den Patienten maßgeblich in seinem Berufs- und Alltagsleben. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungsbedürftigkeit besteht, oder die Therapie als abgeschlossen angesehen werden kann.”

Hinweis: Die Verordnung ist nur aufgrund einer psychiatrischen Eingangsdiagnostik möglich

 PS5:

“Bei diesem Patienten handelt es sich von Beginn an um eine prognostisch langfristige Behandlung mittels Ergotherapie. Nach heutiger Untersuchung stelle ich fest, dass weitere ___ Therapieeinheiten durchgeführt werden müssen. Der eingeschlagene Therapieweg zeigt bereits Wirkung, es sind jedoch weitere Symptomminderungen anzustreben, zumindest muss der Ausgangszustand möglichst lange erhalten bleiben. Die Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten, Einschränkungen im Verhalten, sowie der Beweglichkeit und Geschicklichkeit engen das selbstständige Alltagsleben erheblich ein. Nach Ablauf dieser Einheiten wird eine erneute Untersuchung stattfinden, um festzustellen, ob weitere Behandlungen medizinisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll sind.”

Hinweis: Die Verordnung ist nur aufgrund einer psychiatrischen Eingangsdiagnostik möglich.